Meyerhof 1 · Menslage · Tel.05437/902230 · Email:info@meyerhof-zu-menslage.de
Schon der Bruder Napoleons hat unsere Gastfreundschaft genossen....

Der Meyerhof zu Menslage ist gelegen im Artland, einer Parklandschaft am nördlichsten Rande
des Osnabrücker Landes, inmitten des beschaulichen Artlanddorfes Menslage mit elf idyllischen
Bauernschaften ringsherum.

Der Reichstagsabgeordnete Otto Hugo, der nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzler sein
Abgeordnetenmandat niederlegte und sich alsdann u. a. der Heimatforschung widmete,
schreibt in seiner Abhandlung über den Meyerhof:
„Wenn man eintritt in den Kranz der Eichen, die den Meyerhof zu Menslage umrahmen, umweht den Besucher geschichtliche Vergangenheit“.
Die Gründung des Meyerhofes weist zurück in die
karolingische Zeit. Karl der Große (768-814) ließ die
Meyerhöfe zur Sicherung des eroberten Landes sowie
zur Einführung und Festigung des Christentums
einrichten. In Menslage, das an der Gabelung einer
alten Straße von Lingen und Quakenbrück nach
Löningen liegt, ist dies wohl in besonderen Maße der
Fall gewesen. Nach Rothert („Die Besiedlung des
Kreises Bersenbrück“, Quakenbrück 1924, S. 55  ff.)
ist Menslage aller Wahrscheinlichkeit nach eine
karolingische Königsburg
gewesen. Sie mag bereits
vor Karl dem Großen als sächsische Siedlung
bestanden haben. Die Anzeichen für eine Wasserburg
liegen im Meyerhof zu Menslage offenkundig vor.
Der Hof wurde umgrenzt von der kleinen Hase,
dem Bühnenbach, dem Moorbach und einem Kanal.
Historisch wird Menslage zum ersten Male im Jahre
1188 erwähnt.
Im Jahre 1245 stifteten die Grafen Otto und Johann von Oldenburg auf dem Grunde des Meyerhofes
ein Zisterzienserkloster. Es führte zunächst den Namen „Rosenthal” oder „St. Maria”.
Die erste Grunddotation bestand in dem Meyerhof zu Menslage, der damals den Oldenburger Grafen gehörte.
Im Jahre 1251 kaufte das Kloster den Börsteler Wald an und siedelte 1252 dahin über.
Die Sage erzählt zu diesem geschichtlichen Vorgang, dass die Muttergottes selbst ihren Wunsch zur Verlegung nach „Marienberg” kundgetan habe: Ein von den Gründern geschenktes Gnadenbild der Gottesmutter mit dem „fingerlangen Jesusknaben” verließ in drei Nächten die Kirche zu Menslage und wurde jedes Mal im Börsteler Wald, dem Ort des heutigen Stiftes, wieder gefunden.
Im Wandel der Jahre ist aus dem Zisterzienserkloster das heutige, freiweltliche Damenstift Börstel hervorgegangen. Um 1625 bezeichneten sich von zehn Konventualinnen nur noch zwei als katholisch, zwei weitere bezeichneten sich dubiae fidei (unsicheren Glaubens). Seitdem gehören die Äbtissin und sieben Stiftsdamen dem lutherischen Bekenntnis an, während zwei Plätze noch heute und künftig mit katholischen Damen besetzt sind. Früher wurden nur Töchter des Adels aufgenommen. Jetzt ist Stift Börstel ein freiweltliches Frauenstift. Ein Kleinod, gelegen in dem mehrere hundert Hektar großen Börsteler Wald, das zur Einkehr einlädt und einen Besuch nahe legt.
Die erste Kunde über einen Besitzer des Meyerhofes bringt eine Quakenbrücker Urkunde aus dem Jahre 1486. Hierin wird ein „Meyer tho Menslage” genannt. Im Jahre 1499 kaufte sich ein Arndt Meyer tho Menslage frei, indem er dem Knappen Johann Buck den hörigen Willeke Meyer tor Linden abkaufte und ihn zur Erlangung „des freien Halses” als Ersatz für sich selber dem Kloster Börstel übergab. In der langen Zeit von 1250 bis 1851 mit Unterbrechung von 140 Jahren, war der Meyerhof zu Menslage im Besitz des Klosters und späteren Stiftes Börstel.


Die Meyer waren lehns- und tributpflichtig. Sie mussten dort jährlich den Zehnten bis zur Ablösung im Jahre 1851 entrichten. Auch waren sie mit Leib und Leben dem Kloster „eigenhörig”, wie alle anderen Bauern. Das Stift hat auch peinlich darüber gewacht, dass die Rechtsame erhalten blieben. Wer von den Eigenhörigen die Freiheit haben wollte, vor allem die abgehenden Kinder, musste sich die Freiheit erkaufen. Die Taxe war 1 – 15 Taler. Heiratete eine freie Person auf den Hof, so musste sie ihre Freiheit mit der Hörigkeit eintauschen. Bei allen Familienereignissen waren Abgaben an das Kloster fällig. Wenn der Bauer starb, musste seine Witwe ein Sterbegeld entrichten, wenn ein neuer Erbe aufzog, war ebenso wieder eine erhebliche Zahlung fällig. Die Hausgeschichte der Meyer spricht in jeder Generation von der weitgehenden Abhängigkeit, in der sich der Meyerhof und seine Menschen zu Börstel befanden.
Der Meyerhof zu Menslage diente nicht nur in der karolingischen Zeit, sondern auch in der napoleonischen Zeit als Stützpunkt der Truppenversorgung. So hat auch der Bruder Napoleons Jerome, König von Westfalen, oder besser bekannt als „Bruder Lustig”, den Meyerhof für mehrere Tage als Unterkunft genutzt und „genossen”. Nach der Überlieferung sollen es „tolle” Tage und Nächte gewesen sein. Zur Wahrung und Fortführung der geschichtlichen Tradition präsentiert der Meyerhof zu Menslage, nunmehr in der 10. Generation im Besitz der Familie Meyer zu Menslage, eine komplett sanierte alte Hofanlage mit neuem Nutzungskonzept.


Interessante Internetseiten:
www.menslage.de
www.artland.de
www.stift-boerstel.de